Ater Culina

Die historische Bauweise des Vielzweck-Bauernhauses aus dem 18. Jahrhundert mit massivem Naturstein-Mauerwerk und traditionellen, körperhaften Kalkputzen, einem darauf aufbauenden Fachwerk und einzelnen statischen Erneuerungen/Ertüchtigungen mit Schwarzstahlträgern, waren massgeblich für die Materialentscheidung und Konstruktion des Küchenmöbels verantwortlich.
Nutzung
Einfamilienhaus
Auftraggeber
Privat
Jahr
2024

Leistungen

  • Innenarchitektur, Küchenkonzept, Entwicklung, Herstellung und Montage der Küche.
  • Konzept und Ausführung Oberflächenveredelung durch David Keist.

Materialien

  • Küchenkonstruktion: Schweizer Fichtenholz, massiv 30x30mm
  • Oberflächenveredelung: Flammruss-Spiritus-Beize getaucht & poliert, Oberflächenfinish mit Marseiller-Seife
  • Arbeitsfläche und Trog: ​Mägenwiler Muschelkalk, Blau, grobschliff
Mit scheinbar kargen Mitteln wie im Fachwerkbau – Vierkant-Fichtenholz in der stets selben Dimension (30x30mm) und technischen Holzverbindungen (Überblattungen) entstand das Skelett. Sein puristisches Design zeugt von einer intensiven Auseinandersetzung mit den Eigenschaften des Materials (Quellen/Schwinden/Verdrehen) und dem gekonnten Einsatz des Handwerks.
Abgekantete Schwarzbleche gliedern das Skelett in einzelne Fächer auf, helfen der seitlichen Aussteifung und dienen als Führungsebene für die mit Schwalbenschwanz gezinkten Holzschubladen.
Mit ihrer schwarzen Farbe – hergestellt aus hauseigenen Russpartikeln aus dem Schornstein – nimmt die Küche einerseits die Geschichte des Hauses auf. Andererseits bildet sie mit den neuen Elementen (Stahlträger und Stahltreppe) eine zeitgenössische Einheit im Kontrast zur historischen Substanz.

Auszeichnung mit dem Prix Lignum

Dieses Projekt hat weit über die Region hinaus Aufmerksamkeit erhalten. Die Küche Ater Culina wurde 2024 mit Bronze beim nationalen Prix Lignum in der Kategorie Schreinerarbeiten ausgezeichnet. Besonders gewürdigt wurden die konsequent nachhaltige Konstruktion, die präzise Handwerkskunst sowie der innovative Umgang mit Materialien und Verbindungstechniken.
Als Resultat liegt nicht nur dieses eine Möbelstück vor, vielmehr besticht die Küche durch die radikal nachhaltigen Überlegungen: Fast keine Schrauben, kein Klebstoff, keine Auszüge oder Scharniere wurden eingesetzt. Sie ist beliebig erweiter- und in ihre Einzelteile zerlegbar, zudem lässt sie sich zu 100 Prozent rezyklieren.

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